Die vom Bund genannten Kritikpunkte sind aus Sicht der GRÜNEN Uri zentral und zwingend einzuhalten. Dazu gehören insbesondere die Reduktion der baulichen Dichte, eine alternative Führung der Kantonsstrasse (z. B. in einem Tunnel), der Verzicht auf einen landseitigen Bootshafen, die denkmalgerechte Platzierung der Neubauten sowie verbindliche Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen. Diese Anforderungen dienen dem Schutz von Natur, Landschaft und Ortsbild und dürfen nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen relativiert werden – auch nicht im Rahmen einer politischen Auslegeordnung oder eines Besuchs von UVEK-Vorsteher Albert Rösti, der dafür bekannt ist Umweltschutzperspektiven einfach in den Wind zu schlagen.

Volkswille für eigene Zwecke instrumentalisiert

Kritisch beurteilt die GRÜNE Uri zudem den Versuch der Regierung, das Nein zur Initiative «Isleten für alle» als generellen Volkswillen für das vorliegende Projekt zu interpretieren. Immer wieder äusserten sich auch Gegnerinnen und Gegner der Initiative kritisch zur überdimensionierten Projektidee. Die Ablehnung der Initiative bedeutet nicht automatisch die Zustimmung zu einem konkreten, in seiner heutigen Form umstrittenen Grossprojekt. Eine differenzierte demokratische und rechtsstaatlich verlässliche Auseinandersetzung bleibt unerlässlich. Und genau das wäre hier eigentlich die Rolle der Urner Regierung.