Medienmitteilung: Klimaschutz ist dringlich
Die aktuellen Hitzewellen und Starkniederschläge führen uns vor Augen, wie verletzlich Infrastruktur und Gesellschaft sind. Die GRÜNEN Uri rufen den Regierungsrat und die Gemeinderäte auf, den Klima- und Hitzeschutzmassnahmen das dringlich nötige Gewicht zu geben und konsequent umzusetzen.
Der Kanton Uri erlebt eine Extremwetterlage. Diese Woche haben Starkregenfälle zu Überschwemmungen, Murgängen und Schäden an Wasserkraftwerken geführt. Davor war es zwei Wochen lang ununterbrochen heiss. Sowohl die Bevölkerung, Tiere, sowie teilweise auch die Infrastruktur haben unter der Rekordhitze gelitten. Und schon folgt die nächste Hitzewelle. Die prognostizierten Hitzerekorde und der Klimawandel, sind nicht mehr von der Hand zu weisen, wie jüngst die internationale Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) in einer Studie einmal mehr bestätigt.
Die Auswirkungen betreffen vor allem die Gesundheit, insbesondere von Kleinkindern, hochaltrigen und chronisch kranken Erwachsenen. Der Hitzestress erhöht das Risiko für Kreislaufprobleme, Schlafmangel und Dehydrierung. Gleichzeitig leiden Tiere, die Biodiversität und Ökosysteme. Durch die anhaltende Trockenheit und Überhitzung stehen Pflanzen unter Wasserstress, Lebensräume werden verschoben, das Nahrungsangebot ist reduziert und die Belastung für Insekten, Vögel und Wildtiere verstärkt sich. Auch Gewässer erwärmen sich stärker, was die Sauerstoffversorgung verschlechtert und die Widerstandsfähigkeit ganzer Lebensgemeinschaften senkt.
Handeln statt zuwarten
Darum braucht es eine konsequente Umsetzung von Klima- und Hitzeschutzmassnahmen. Wer Treibhausgasemissionen rasch senkt, begrenzt die Intensität künftiger Hitzewellen. Parallel zum bestehenden Klimaschutz sind klare Strategien im Umgang mit Rekordhitze auf kantonaler und kommunaler Ebene nötig. Es reicht nicht aus, nur Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung zu kommunizieren. Es braucht vorausschauende Planung, wirksamen Sofortmassnahmen und dauerhaft wirksamer Anpassung in der Raumplanung. Zentral sind dabei Prinzipien der Schwammstadt: Wasser dort halten, wo es entsteht, Böden entsiegeln und begrünen, Verdunstung fördern und Versickerung ermöglichen, damit Hitze nicht nur «weggeleitet», sondern vor Ort abgepuffert wird. Ergänzend braucht es kühlende Strukturen im Alltag wie Schatten, kostenfreier Zugang zu Trinkwasser oder Hitzeschutzräume (bspw. am Hotspot Kantonsbahnhof), hitzerobuste Begrünung und energieeffiziente sowie hitzebewusste Gebäudesanierungen.
Die GRÜNEN Uri fordern die Urner Regierungs- und Gemeinderäte zu einer konsequenten Umsetzung von Klima- und Hitzeschutzmassnahmen auf. Gleichzeitig müssen klimaschädliche Subventionen ab- und umgebaut werden. Sie rufen den Regierungsrat dazu auf, die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts von 2023 energisch voranzutreiben und die grossen Hebel im Gebäudebereich, beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Dekarbonisierung des Verkehrs oder der «klimafitten Landwirtschaft» in Bewegung zu setzen.
Ein konsequenter Klimaschutz und ein guter Umgang mit Rekordhitze bringt messbare Emissionsminderung für morgen und dazu eine Gemeinde- und Kantonsinfrastruktur, die Temperaturspitzen aktiv dämpft, Lebensräume und damit auch die Gesundheit der Bevölkerung stärkt.